
Ihre Reisen
Über vier ihrer Reiseabschnitte sind wir näher informert.
Ihre erste große Reise von 1158 bis 1161
führte sie den Main hinauf nach Mainz, Wertheim, Würzburg, Kitzingen, Erbach und Bamberg.
1160 trat Hildegard die rheinisch-lothringische Fahrt an,
die sie bis nach Trier und danach die Mosel aufwärts nach Metz und zur Benediktinerabtei Krauftal führte.
Auf ihrer dritten Reise 1161 bis 1163, der Rheinfahrt,
besuchte Hildegard Boppard, Kloster Marienberg bei Andernach, die Benediktinerabtei Siegburg. In Köln predigte sie öffentlich gegen die Katharer.Die Rheinfahrt führte sie weiter zur
Benediktinerabtei von Werden und vielleicht sogar bis nach Lüttich.
Die vierte und letzte Reise
unternahm Hildegard mit zweiundsiebzig Jahren nach Schwaben über Maulbronn, Hirsau, Kirchheim bis Zwiefalten.
Die Vita Hildegards nennt neben den vier großen Predigtreisen auch fünfzehn Orte mit Klöstern, die sie aufsuchte. Dazu zählen Siegburg, Hirsau, Zwiefalten, Maulbronn, Kitzingen, Krauftal, Hördt und Höningen. Zusätzlich bereiste sie das benachbarte Kloster Disibodenberg und das Tochterkloster Eibingen.
Auf all ihren Reisen beeindruckte sie duch ihre Reden. Hildegard mahnte zu besserem Ordensleben und zur inneren Umkehr. Offen übte sie Kritik an herrschenden Mißständen.
Im 12. Jahrhundert waren Predigtreisen nichts Außergewöhnliches. Die Hirsauer Mönche nahmen diese Sitte sogar in ihre Gebräuchesammlung auf. Ungewöhnlich an den Fahrten Hildegards war nur, daß eine Frau auf Reisen ging. Hildegard von Bingen tat dies auch als einzige in ihrer Zeit.