
Ihre 2. Klostergründung: Eibingen
1148 wurde ein
bereits bestehendes Augustinerkloster in Eibingen gebrandschatzt. Die Rupertsberger
Äbtissin benötigte Raum für die wachsende Klostergemeinschaft.
So erwarb sie Grundstück und Gebäudereste dieses Klosters, plante,
brachte die Renovierungsarbeiten in Gang, und noch im gleichen Jahr konnten
die ersten Nonnen einen Seitenflügel beziehen und in der wiederhergestellten
Kirche Gottesdienst feiem.
Gegenüber dem Kloster Rupertsberg blieb Kloster Eibingen klein und bescheiden. Es behielt den Rang des Filialklostens. Hildegard besuchte es zweimal die Woche und liebte es wie die Erstgründung. 1632, als Rupertsberg im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde, übersiedelten die Nonnen von dort in das Eibinger Kloster. (Im Jahre 1814 wurde es säkularisiert.)
In dieser Zeit der Klostergründung verfaßte Hildegard auf Bitten des Abtes vom Disibodenberg eine Vita des hl. Disibod.
1173 starb ihr treuer und bewährter Propst und Sekretär Volmar. Sein Nachfolger wurde zunächst der Mönch Gottfried und später Wibert von Gembloux aus einem Kloster in der Nähe von Namur in Frankreich.