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Ethisch urteilen und handeln
FB Pflege 4. Sem. –Texte Materialien Sitzung 2: Menschenwürde Katechismus der Katholischen Kirche, München, Wien, Oldenburg,
1993, Nr. 1700 1715 (S. 457 -459): ERSTER ABSCHNITT DIE BERUFUNG DES MENSCHEN: DAS LEBEN IM HEILIGEN GEIST 1699 Das Leben im Heiligen Geist vollendet die
Berufung des Menschen (erstes Kapitel). Es besteht in der Liebe zu Gott und in der
Solidarität mit den Menschen (zweites Kapitel). Es wird zu unserem Heil aus
Gnade geschenkt (drittes Kapitel). ERSTES KAPITEL DIE
WÜRDE DES MENSCHEN 1700
Die Würde des Menschen wurzelt in seiner Erschaffung nach Gottes Bild
und Ähnlichkeit (Artikel 1); sie kommt in seiner Berufung zur Seligkeit Gottes zur Vollendung (Artikel 2). Aufgabe
des Menschen ist es, in Freiheit auf diese Vollendung zuzugehen (Artikel 3).
Durch seine bewußten Handlungen (Artikel 4) richtet sich der Mensch nach dem
von Gott versprochenen und durch sein Gewissen bezeugten Guten aus oder wendet
sich dagegen (Artikel 5). Der Mensch leistet einen eigenen Beitrag zu seinem
inneren Wachstum; er macht sein ganzes Sinnes- und Geistesleben zum Mittel
dieses Wachstums (Artikel 6). Mit Hilfe der Gnade wächst er in der Tugend (Artikel
7), meidet die Sünde und gibt sich, wenn er dennoch sündigt, wie der verlorene
Sohn[1]
dem Erbarmen des himmlischen Vaters anheim (Artikel 8). So gelangt er zur
vollkommenen Liebe. ARTIKEL 1 DER MENSCH: GOTTES EBENBILD 1701 ,,Christus ... macht in der Offenbarung des
Geheimnisses des Vaters und seiner Liebe dem Menschen sein eigenes Wesen voll
kund und erschließt ihm seine höchste Berufung" (GS 22,1). In Christus,
dem ,,Ebenbild des unsichtbaren Gottes" (Kol 1, 15)[2],
wurde der Mensch nach dem ,,Bilde" des Schöpfers, ,,ihm ähnlich"
erschaffen. In Christus, dem Erlöser und Retter, wurde das durch die Ursünde
entstellte göttliche Abbild im Menschen in seiner ursprünglichen Schönheit
wiederhergestellt und durch die Gnade Gottes veredelt[3]. 1702 Das Bild Gottes ist in jedem Menschen
gegenwärtig. Es wird in der Gemeinschaft der Menschen, die der Einheit der
göttlichen Personen gleicht[4],
sichtbar. 1703 Weil er eine ,,geistige und unsterbliche Seele"
besitzt (GS 14), ist ,,der Mensch ... auf Erden das einzige Geschöpf ... das
Gott um seiner selbst willen gewollt hat" (GS 24,3). Schon von seiner
Empfängnis an ist er für die ewige Seligkeit bestimmt. 1704 Der Mensch hat am Licht und an der Kraft des
göttlichen Geistes teil. Durch seine Vernunft ist er fähig, die vom Schöpfer in
die Dinge hineingelegte Ordnung zu verstehen. Durch seinen Willen ist er
imstande, auf sein wahres Heil zuzugehen. Er findet seine Vollendung in der
,,Suche und Liebe des Wahren und Guten" (GS 15,2). 1705 Dank seiner Seele und seiner geistigen
Verstandes- und Willenskraft ist der Mensch mit Freiheit begabt, die ,,ein
erhabenes Kennzeichen des göttlichen Bildes im Menschen" ist (GS 17). 1706 Durch seine Vernunft vernimmt der Mensch die
Stimme Gottes, die ihn drängt, ,,das Gute zu lieben und zu tun und das Böse zu
meiden" (GS 16). Jeder Mensch ist zum Gehorsam gegenüber diesem Gesetz
verpflichtet, das im Gewissen ertönt und in der Liebe zu Gott und zum Nächsten
erfüllt wird. Im sittlichen Handeln zeigt sich die Würde des Menschen. 1707
Der Mensch hat ,,auf Anraten des Bösen gleich von Anfang der Geschichte
an seine Freiheit mißbraucht" (GS 13,1). Er ist der Versuchung erlegen und
hat das Böse getan. Zwar verlangt er immer noch nach dem Guten, aber seine
Natur ist durch die Erbsünde verwundet. Er neigt zum Bösen und ist dem Irrtum
unterworfen. "So ist
der Mensch in sich selbst zwiespältig. Deshalb stellt sich das ganze Leben der
Menschen, das einzelne wie das kollektive, als Kampf dar, und zwar als ein
dramatischer, zwischen Gut und Böse, zwischen Licht und Finsternis" (GS
13,2). 1708 Christus hat uns durch sein Leiden vom Satan
und von der Sünde befreit. Er hat für uns das neue Leben im Heiligen Geist
verdient. Seine Gnade stellt wieder her, was die Sünde in uns verdorben hat. 1709 Wer an Christus glaubt, wird Kind Gottes.
Diese Annahme an Kindes Statt gestaltet den Menschen um und läßt ihn dem
Vorbild Christi folgen. Sie befähigt ihn, richtig zu handeln und das Gute zu
tun. In Vereinigung mit seinem Erlöser gelangt der Jünger zur Vollkommenheit
der Liebe, zur Heiligkeit. Das sittliche Leben, in der Gnade gereift, weitet
sich in der Herrlichkeit des Himmels zum ewigen Leben. KURZTEXTE 1710 Christus
macht ,,dem Menschen sein eigenes Wesen voll kund und erschließt ihm seine
höchste Berufung" (GS 22,1). 1711 Der
Mensch ist schon von seiner Empfängnis an auf Gott hin geordnet und zur ewigen
Seligkeit bestimmt, weil er mit einer geistigen Seele, mit Vernunft und Willen begabt
ist. Er erstrebt seine Vollendung in der ,,Suche und Liebe des Wahren und
Guten" (GS 15,2). 1712 Die
wahre Freiheit ist ,, ein erhabenes Kennzeichen des göttlichen Bildes im
Menschen" (GS 17). 1713 Der Mensch
ist verpflichtet, dem natürlichen Sittengesetz zu gehorchen, das ihn anhält,
,,das Gute zu lieben und zu tun und das Böse zu meiden" (GS 16). Dieses
Gesetz ertönt in seinem Gewissen. 1714 Der
in seiner Natur durch die Erbsünde verwundete Mensch ist dem Irrtum unterworfen
und in der Ausübung seiner Freiheit zum Bösen geneigt. 1715 Wer an Christus glaubt, hat das neue Leben im Heiligen Geist. Das in der Gnade gewachsene und gereifte sittliche Leben soll sich in der Herrlichkeit des Himmels vollenden.
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